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Dienstag, 19. Januar 2016

Dungarpur: Zwischen den bunten Mauern der Singh



Dungarpur - Abseits der klassischen Reiseroute durch Rajasthan liegt ein kleines Juwel von unschätzbarem Wert. Es ist nicht die Stadt, die sich mit dem weißen Hindutempel an einer Uferprommenade erstreckt sondern die alte Festung, die auf den Hügelspitzen über Jahrhunderte den Fürsten von Dungabar diente. Der Ort selbst ist schnell erkundet. Eine Altstadt, die zwischen zwei Hügelketten eingeklemmt ist, die Uferprommenade, die an beiden Seiten von dicken Stadttoren eingerhamt ist, und jeweils dahinter eine Zeile mit Geschäften, die den üblichen Krims anbieten. Der See ist überschaubar. Still ruht er heute morgen und spiegelt die Shiloutte des Hindutempels, dessen Türme sich fast entlang der gesamten Prommenade erstrecken. Kormorane, Silberreiher und sogar Kingfischer sind auf der Jagd nach Fischen oder lauern im Schilf des flachen Ufers auf ihre Beute. Unüberhörbar ist das muntere Gezwitscher der Vögel in den Baumkronen.



Wir rumpeln mit unserem Guide über die wohl denkbar holprigste Geröllpiste zur alten Festung. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob er die Anweisungen der entgegenkommenden Motorradfahrer verstanden hat, die er nach dem Weg gefragt hat, denn parallel bemerke ich auch eine ashaltierte Straße. so genießen wir etwas länger den Ausblick auf das trockene graurote Land mit seiner mühsamen Feldwirtschaft, die Zwiebeln, Knoblauch, Kohl und Bohnen hervorbringt. Die Häuser sind schlicht aber aus Ziegeln und in hellem Blau verputzt. Wir erreichen eine schmale einspurige Straße, die mit Schlaglöchern durchsetzt ist, die der Fahrer fluchend umfahren muss. Wir schlängeln uns eine Anhöhe empor und erreichen durch die Überreste eines Stadttores ein Tal mit eng bebauten Häusern. Etwas höher dann die alte Festung, d.h. die Überreste

Über die letzten 8 Jahrhunderten diente sie den Fürsten von Dungarpur als Wohn- und Verwaltungssitz. Über 7 Stockwerke zieht sich das "Wohnhaus", über die Jahrhunderte erweitert und aufgestockt. Der verbleichende gelbe Putz gibt langsam den Ziegel wieder her und setzt den Sandstein frei. Ein schmächtiger Torwächter begrüßt uns zurückhaltend. "No Englisch", bedeutet er uns mit lächelnder Mine. Mit einer Taschenlampe bewaffnet schreitet er voran hinein in die kühle Dunkelheit. Von hier aus erklimmen wir über schmale steile Stiegen und Treppenhäuser die alte Burg. Zielsicher geht der Guide voraus und deutet uns in dunkle Räume. Schnell öffnet er Vorhänge und Fensterläden, damit etwas Licht eine unglaubliche Farbenvielfalt beleuchtet. 






Kräftige Farben erstrahlen von Decken, Säulen und Wänden und lassen zwischen endlosen Mustern feine Reliefs und Szenen aus einer vergangenen Zeit auferstehen. Abgebildet wird alles, was zur Entstehungszeit Bedeutung hatte. Kriegsszenen mit Pferden, Bogenschützen und Elefanten, Zeremonien, Darstellungen der Herren Singh, Gottheiten und das normale Leben. Im 4. Stock, dem Harem, öffnet der Guide zwei Läden, die eine Maueröffnung verschließen. Jetzt kommt die Taschenlampe zum Einsatz, in deren Schein sämtliche Stellungen des Kamasutra dargestellt sind. Dezent zieht sich der Guide zurück und lässt den Betrachter respektvoll die Abbildungen betrachten. Sind überaus gut erhalten, und die Farben wirken noch kräftig. Das gilt auch für die übrigen Räume, in denen die dekorativen Wand und Deckenbemalungen zu sehen sind. Es ist fast, als betrete man nach Jahrhunderten die Grabkammer eines vergessenen Pharao. Dazu kommt, dass kein Tourist den Anblick stört, der mich in seiner Vielfalt überwältigt. Es gibt aber auch Zimmer mit Spiegelmosaiken und -fliesen. Es fehlt kein Stein, alles ist noch im Urzustand. Lediglich die Böden weisen Defekte auf, die aber mit Teppichen belegt sind.


Die Burg erinnert von außen an die Festung in Jodhpur, im Innern jedoch an den Palast in Udaipur. Doch an die Vielfalt und Schönheit dieser Darstellungen kommen beide nicht heran.





Noch ein Kleinod gibt es in Dungarpur: Der Wohnsitz des Maharanas Maharawal Udai Singhji-I  oder Udai Bilas Palace. Ursprünglich als eine Art monolithischer Palast gebaut, erhielt er später eine Erweiterung mit 3 Wohnflügeln, die ihn nun in einem Innenhof umschließen. Im See vorgelagert eine künstlich angelegt Insel mit einem Garten und dem früheren Gästehaus.

Maharawal Udai Singhji-I fing im 19. Jahrhundert an, diesen Palast mit dem hiesigen grünen Parva Stein zu bauen. Er wurde mit zahlreichen Marmorfresken im Rajputstil, Ballustraden und Balkonen. Säulen und "vergitterten" Fenstern ausgestattet. Seine Nachfolger dagegen waren sicherlich der Jagd zugetan, denn die Flure und Aufgänge schmücken unzählige Trophäen erlegter Tiger, Braun- und Kragenbären und die sämtliche afrikanische Großwildfauna vom Leoparden bis zum Büffel. Auch ein Autonarr fand sich darunter. In einer separaten Halle findet sich eine Sammlung alter Sportwagen. Kurioserweise diene sie einer Bar mit allerlei Memorabila aus der letzten Jahrhundertwende als ehrwürdige Kulisse. 





Montag, 18. Januar 2016

Ahmedabad:


Britischer Baustil in der Altstadt

Von 9.00 bis 10.00 füttern Gläubige auf dem Marktplatz die heiligen Kühe für ein gutes Karma.

 ... dazu gesellt sich auch ein Elefant.

 Marktplatz
 ... vor eindrucksvoller Kulisse.

 Näherin wartet, bis die Holzkohle das Bügeleisen heiß genug gemacht hat.

 Näht seit 50 Jahren Tempelbekleidung für Mädchen.

Donnerstag, 26. November 2015

So halbiert die Wirschaft die Armutsqoute

Strom und Schienen - Wie Indien die Zahl der Armen in nur drei Jahren halbiert hat http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/strom-und-schienen-wie-indien-die-zahl-der-armen-in-nur-drei-jahren-halbiert-hat_H743391564_226882/

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Prinzip Uber: Indische Uber Fahrer verdienen mehr als Banker

Indische Uber-Fahrer verdienen mehr als Banker

Wow! Indische Uber-Fahrer verdienen mehr als Banker

Finanzen100  

Eine ganze Taxibranche wurde von dem einstigen Start-Up-Unternehemen “Uber” überrollt. Mit der Erfindung der Smartphone-App 2009 erobert das Unternehmen zunächst San Francisco und verbreitete sich von da aus rasant in aller Welt. Benötigt man dringend eine Fahrt, genügt ein Klick in die App und innerhalb von Sekunden werden Fahrer in der Nähe angezeigt. In Indien verdienen Uber-Fahrer sogar mehr als Banker!

50 Milliarden Dollar Wert

Uber ist mittlerweile in 300 Städten und in 58 Ländern verfügbar. Das Taxiunternehmen hat bereits einen geschätzten Wert von rund 50 Milliarden Dollar, 43,96 Milliarden Euro, erreicht. Airbnb, ein weiteres Unternehmen der “Sharing Economy”, wird auf einen Wert von lediglich 25,5 Milliarden Dollar geschätzt. Dabei lässt das Unternehmen aus dem Silicon Valley deutsche Unternehmen wie etwa die Deutsche Post mit 31,8 Milliarden Euro Wert oder das Unternehmen Thyssen Krupp mit 9,9 Milliarden Euro zurück. Lediglich BMW mit 56 Milliarden Euro überholt den Chauffeur-

Das Geschäftsmodell

Der Fahrdienstleister lockt seine Kunden mit niedrigen Fahrtkosten. Das hat ernste Konsequenzen für die Arbeitsbedingungen der Taxifahrer. Uber nutzt das Internet als Plattform, um mit anderen Anwendern Verträge zu schließen. Der Preis der Uberfahrt wird vom Unternehmen festgelegt und einfach per Kreditkarte beglichen. Das amerikanische Unternehmen steckt sich 20 Prozent des Betrags in die Tasche, der Rest geht an den Fahrer.

Markthoffnung: Indien

Uber ist bestrebt neue Märkte zu erschließen. Indien bietet Potenzial. Bei einer Bevölkerungsgröße von 1,3 Milliarden Menschen, die meisten davon ohne Auto, und einem schlechten öffentlichen Verkehrsnetz, birgt dies natürlich Chancen für die App. Das Unternehmen plant in Indien mehr als 200.000 Fahrer im Jahr 2016. Dafür investiert das Unternehmen eine Milliarde in den indischen Markt, um eine Millionen Fahrten am Tag zu realisieren.

Uber-Fahrer verdienen in Indien mehr als ein Banker

In Krisenzeiten oder in Ländern mit niedrigem Lohnniveau ist Uber für Arbeitssuchende reizvoll. So fahren die Fahrer auf eigene Kosten für das Unternehmen. Damit gelten sie nicht als Angestellter von Uber, sondern sind Geschäftspartner. So spart sich die Unternehmung die Sozialversicherungen. Laut einem Bericht von “Bloomberg Business” verdient ein indischer Uber-Fahrer rund 80,000 Rupien im Monat, das entspricht 1.080 Euro. Das ist mehr als doppelt so viel wie ein Junior Retail Banker in Indien verdient, deren monatliches Einstiegsgehalt bei 24.000 Rupien anfängt. Dem Auswärtigen Amt zufolge liegt das Pro-Kopf-Einkommen in Indien bei rund 1.451 US-Dollar (1.278 Euro) im Jahr. Uber bietet also einen Anreiz, in einem Monat soviel Geld zu verdienen wie andere in einem Jahr. Wenn sich allerdings mehr Fahrer Uber anschließen, wird das Angebot die Nachfrage übertreffen und es wird schwer werden, sich mit den Fahrten ein respektables Einkommen zu sichern - auch in Indien.